31.03.2011 Offene Hilfen des Rehazentrums Bathildisheim stellen Programm vor

VOLKMARSEN/BAD AROLSEN. Mit dem symbolischen ersten Spatenstich hat das Rehazentrum Bathildisheim den offiziellen Bau einer Wohngruppe gestartet. Binnen der nächsten zwölf Monate entsteht ein neuer barrierefreier und multifunktionaler Wohnraum im Volkmarser Stadtzentrum. 24 Menschen mit Behinderung sollen im Frühjahr 2012 die neuen Räume beziehen. Zusätzlich werden zwei Kurzzeitplätze eingerichtet.
Bürgermeister Hartmut Linnekugel überbrachte die Grüße der Stadt. Im Beisein zahlreicher Gäste stellte Bathildisheim-Vorstand Albert Schmidt das Bauprojekt vor. Mit Hilfe der Entwurfspläne konnten alle Anwesenden, darunter auch Nachbarn, die Ausmaße der künftigen Wohngruppe in Augenschein nehmen. „In früheren Zeiten waren Menschen mit Behinderung am Rande der Dörfer untergebracht. Längst hat es ein Umdenken dahingehend gegeben, dass Menschen mit Behinderung ihren Alltag so weit wie möglich selbstbestimmt gestalten“, betonte Jutta Siebert vom Landeswohlfahrtsverband (LWV) Hessen. Mit dem Bau der neuen Wohngruppe im Herzen Volkmarsens könnten die Bewohner unmittelbar am öffentlichen und gemeindenahen Leben teilhaben. Peter Niederstraßer, Erster Kreisbeigeordneter, würdigte das Projekt: „Mit der Dezentralisierung von Wohneinheiten setzt das Bathildisheim ein modernes Konzept konsequent um.“
Aufgrund der multifunktionalen Bauweise sind differenzierte Wohnformen, wie Einzelappartments oder Kleingruppen, möglich. Bei Bedarf können die Wohnungen zu einem spätern Zeitpunkt auch zum Betreuten Wohnen genutzt werden. Das in unmittelbarer Nähe zum Grundstück liegende „Alte Feuerwehrhaus“ soll für Angebote der Werkstatt für behinderte Menschen und für tagestrukturierende Maßnahmen des Heilpädagogischen Wohnens genutzt werden.
Den Segen zum ersten Spatenstich sprachen die Pfarrerinnen Susanna Ristow (Kirchengemeinde Volkmarsen) und Irene Dittmann-Mékidèche (Rehazentrum Bathildisheim).
Die Baukosten belaufen sich auf insgesamt rund 2,5 Millionen Euro, von denen das Rehazentrum Bathildisheim mit finanzieller Unterstützung der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck etwa die Hälfte zu tragen hat. Ein Zuschuss wird auch von der Aktion Mensch erwartet. Die restlichen Kosten entfallen auf ein Darlehen, dessen Refinanzierung langfristig über den LWV Hessen im Rahmen des Tagessatzes erfolgt.
Hintergrund:
Der Bereich Heilpädagogisches Wohnen des Rehazentrums Bathildisheim betreut 200 Menschen mit geistigen und mehrfachen Behinderungen in Bad Arolsen-Neu Berich und in der Kernstadt. In einem mehrjährigen Prozess werden zirka 50 weitere Wohnplätze vom Standort Neu Berich in umliegende Kleinstädte dezentralisiert. Ein wesentliches Anliegen dieses Projektes ist es, im Sinne der Selbstbestimmung eine Erweiterung der Wahlmöglichkeiten durch den Ausbau des Angebotes an gemeindenahen und ambulanten Wohnmöglichkeiten zu erreichen. Dies soll in Wohn- und Hilfeverbünden geschehen, die flexibel auf sich ändernde Hilfebedarfe von Klienten eingehen können.
Dezentralisierung und Ambulantisierung entsprechen der aktuellen fachpolitischen Diskussion in der Behindertenhilfe, das Projekt wird in Abstimmung mit dem Landeswohlfahrtsverband Hessen und der Heimaufsicht realisiert.
Die Entscheidungsfindung hinsichtlich des zukünftigen Wohnortes des jeweiligen Bewohners berücksichtigt das individuelle Wunsch- und Wahlrecht.
Im Zuge der Dezentralisierung von Wohnangeboten plant das Rehazentrum Bathildisheim ab 2012 weitere 16 Wohnplätze in Wolfhagen.
Büro für Öffentlichkeitsarbeit
Kerstin Klein
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