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12.09.2011: Fachtagung Autismus

Fachtagung Autismus
(von links) Vorstand Albert Schmidt, Dr. Ursula Braun, pädagogischer Leiter Michael Michels, Institutsleiterin Yvette Schatz, Dr. phil. Martin Degner, Institutsleiterin Silke Schellbach.

BAD AROLSEN. Vor dem Hintergrund, dass immer mehr Menschen die Diagnose Autismus erhalten, hat sich das Bathildisheim zur Aufgabe gemacht, sich zum einen auf dem Fachgebiet selbst weiterzubilden, aber auch in Tagungen externen Interessierten entsprechende Weiterbildungsmöglichkeiten anzubieten.

Die Fachtagung „Kleine Wege gehen“, die mit dem Autismuszentrum „Kleine Wege“ aus Nordhausen als Kooperationspartner durchgeführt wurde, hat mit 140 Teilnehmern aus dem gesamten Bundesgebiet großen Anklang gefunden.

Inhaltlich standen die Entwicklungsförderung und Unterstützung autistischer Menschen nach dem TEACCH-Ansatz auf dem Programm. Dieser Ansatz wird im Bathildisheim schon seit einigen Jahren in die Förderkonzepte integriert. Davon profitieren beispielsweise auch die ca. 20 Prozent der jährlichen Neuaufnahmen in Schule und Internat, deren Diagnose Autismus lautet. In den vergangenen Jahren ist laut pädagogischem Leiter Michael Michels die Zahl der Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen, bei denen die tiefgreifende Entwicklungsstörung Autismus attestiert wird, ständig gestiegen.

Der Partner „Kleine Wege“ mit den beiden Institutsleiterinnen Yvette Schatz und Silke Schellbach und das Reha-Zentrum Bathildisheim kooperieren seit zwei Jahren im Bereich Fortbildung und Praxisberatung. Das Rehazentrum schätzt die heilpädagogische Grundhaltung und die praxisnahen Herangehenswiesen des Institutes. Kleine Wege begrüßt die Zusammenarbeit mit dem Bathildisheim, das mit Dr. Ursula Braun eine ausgewiesene Fachfrau im Bereich Kommunikationsförderung besitzt. Dr. Braun gab während der Tagung ihr Wissen über die Entwicklung der Kommunikationsfähigkeiten autistischer Schüler im Rahmen eines Workshops weiter.

Dr. phil. Martin Degner, Verantwortlicher für das Tagungsprogramm im Autismuszentrum „Kleine Wege“, führte nach der Begrüßung durch Michael Michels in das Thema ein. Er verknüpfte Erkenntnisse zum Autismus und deren Relevanz für die pädagogische Praxis in anschaulicher Weise. Er öffnete neue Fenster, um den Teilnehmern interessante Einblicke zu geben und beleuchtete Stärken und Schwächen von Menschen mit autistischen Störungen. Degner sprach den Trend zur Rückbesinnung auf den klassischen Autismus an, da durch eine Erweiterung der Definition quasi eine „Epidemie“ entstanden sei.

Den Teilnehmern gab der Fachmann mit auf den Weg, dass es niemals nutzlos sei, mit den Betroffenen etwas zu erarbeiten, auch wenn es immer nur eine Begleitung und Förderung entlang der Denkbesonderheiten geben könne und niemals eine Überwindung oder Heilung des Autismus. Eine Auswertung der Teilnehmerzufriedenheit im Anschluss bescheinigte den Organisatoren ihre gute Arbeit durch eine sehr positive Resonanz.

In 2012 werden weitere Seminare des Institutes im Bathildisheim angeboten.
(Kontakt: Brigitte Vernaleken 05691/899149)

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