12.11.2008 - Junge Leipzigerin gewinnt den Bathildisheimer Journalistenpreis 2008
„Die Normalität, anders zu sein“

KASSEL/BAD AROLSEN. Wie meistern Menschen mit Handicap ihren Alltag? Diese Frage richteten das Rehazentrum Bathildisheim und die Hessisch-Niedersächsische Allgemeine (HNA) an Nachwuchsjournalisten und junge Volontäre. Unter den zahlreichen Einsendungen zum Wettbewerb „Selbstbestimmt Leben trotz Behinderung – Rehabilitation heute“ prämierte die fachkundige Jury einstimmig den Beitrag „Die Normalität, anders zu sein“ von Sonja Hartwig. Die junge Leipzigerin kam kurz nach ihrer Rückkehr von einem Praktikum im Außenbüro eines großen deutschen Wochenmagazins in New York nach Kassel, um den mit 1000 Euro dotierten Preis entgegenzunehmen.
Bei der Verleihung dankte Bathildisheim Vorstand Klaus Winger der 23-Jährigen für ihr Engagement und betonte, es sei „eine besondere Herausforderung, ein solch sensibles Thema verständlich und ansprechend aufzubereiten, ohne dabei zu moralisieren oder Mitleid zu erregen“.
Sonja Hartwig studiert in Leipzig Journalistik und Kulturwissenschaften. In ihrem Beitrag berichtet sie am Beispiel des sechsjährigen Jonathan, einem Jungen mit Down-Syndrom, über den Alltag in einem integrativen Kindergarten. „Ich beschäftige mich gern mit Menschen und gehe offen auf sie zu. Mein Besuch im Kindergarten war sehr eindrucksvoll – hautnah mit zu erleben, wie behinderte und nichtbehinderte Kinder gemeinsam spielen und lernen. Es hat richtig Spaß gemacht, darüber zu schreiben“, erklärte Hartwig. Die Reportage verfasste sie während eines Praktikums bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Sie wurde dort im Oktober 2007 veröffentlicht.
Ingo Happel-Emrich (Ressortleiter Waldeck-Frankenberg, HNA), Torsten Scheuermann (Hörfunkredakteur, medio – Medienagentur der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck), Klaus Reichenbach (ehem. Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland e.V.), Dr. Andreas Jürgens (MdL, Bündnis 90/Die Grünen) und Christine Baensch (Vorsitzende des Werkstattrates im Rehazentrum Bathildisheim) lobten als Juroren die gute Lesbarkeit des Textes. „Es ist der Siegerin durch eine Mischung aus Informationen und szenischen Beschreibungen sehr gut gelungen, den Leser auf ansprechende Art für das Leben eines Menschen mit Handicap zu sensibilisieren und Einblicke in dessen Alltag zu gewähren“, so Happel-Emrich.
Im nächsten Jahr soll der Journalistenpreis zum dritten Mal ausgeschrieben werden.