Spielsucht: Landesweit die meisten Spielhallen im Landkreis
Angebot für Betroffene und Angehörige startet im Landkreis
Korbach/Frankenberg. 186 Einwohner pro Spielgerät – das ist landesweit der Spitzenwert. Das deutet darauf hin, dass es in Waldeck-Frankenberg eine überdurchschnittlich hohe Zahl von Glücksspielsüchtigen gibt. Das erklärten Mitarbeiter der Suchtberatung des Diakonischen Werkes am Freitag.
Glücksspielsucht ist seit dem Jahr 2001 als Erkrankung anerkannt. Seit Freitag gibt es nun auch in Waldeck-Frankenberg Ansprechpartner des Diakonischen Werkes für Betroffene und deren Angehörige. Ab sofort werden die Diplom-Sozialpädagogen Dieter Schmitz (Sucht- und Drogenberatung Oberhessen/Marburg) und Andreas Fux (Suchtberatung Kassel) Sprechzeiten in den Beratungsstellen Korbach, Frankenberg, Bad Wildungen und Bad Arolsen anbieten. Gedacht wird an 14-tägliche Sprechzeiten an allen vier Standorten.
Der erste Kontakt beziehungsweise die Anmeldung für Glücksspielsüchtige und Angehörige sollte jeweils über die Korbacher Zentrale der Diakonie-Beratungsstelle bei Suchtmittelproblemen erfolgen.
Der erste Kontakt beziehungsweise die Anmeldung für Glücksspielsüchtige und Angehörige sollte jeweils über die Korbacher Zentrale der Diakonie-Beratungsstelle bei Suchtmittelproblemen erfolgen.
Kontakt zur Suchtberatung: Sie ist zu erreichen unter der Rufnummer 05631 / 60330 oder per E-Mail unter drogen-suchtberatung@dwwf.de
Das neue Angebot im Kreis macht das Land Hessen durch sein neues Projekt zur Beratung und Prävention bei Glücksspielsucht möglich. Koordiniert durch die Hessische Landesstelle für Suchtfragen (HLS), werden 15 Schwerpunktberatungsstellen geschaffen, die eine flächendeckende Versorgung in Hessen gewährleisten sollen.
Die Suchtberatungsstellen der Diakonischen Werke in Kassel und Marburg haben mit der Stelle in Korbach eine enge Kooperation beschlossen, um betroffene Glücksspieler in Waldeck-Frankenberg zu betreuen. Eine ambulante Betreuung in der Gruppe oder im Einzelgespräch, die Vermittlung in eine stationärte Behandlung und eine ambulante Nachbetreuung runden gegebenenfalls das Angebot ab.
Das Angebot richtet sich an Menschen, die Probleme mit jeglicher Art des Glücksspiels haben – zum Beispiel Geldspielautomaten, Casionospiel, Sportwetten (Oddset), Internetglücksspiel, Poker oder auch Lotto- und Lotteriespiel. Nach Angaben der Experten geht es in 85 Prozent der Suchtfälle um das Glücksspiel an Geldautomaten und so genannten Unterhaltungsautomaten mit Gewinnausschüttung.(aha)